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 Betreff des Beitrags: Der Salzgehalt
BeitragVerfasst: 3. Jan 2014 13:25 
Krankheiten/Katastrophen/Wasserchemie
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Registriert: 01.2014
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Um den Bewohnern eine Riffaquariums optimale Bedingungen zu bieten, muss das Wasser unter anderem den richtigen Salzgehalt aufweisen. Die Zusammensetzung der Ionen sollte der im Meer möglichst ähneln und deren Anzahl auch.
Die Ionenmenge im Wasser ist der Salzgehalt. Mann spricht auch von Salinität. In den unterschiedlichen Publikationen zum Thema Meerwasser trifft man meist auf die Maßeinheit Gramm pro Liter (g/l), welche in der Wissenschaft unüblich ist. Dort wird meist in Salinität der Promille gerechnet.
Die Salinität wird über den Leitwert einer Kliumchoridlösung gefiniert. Diese Standard KCL Lösung enthält 32,4356g KCL in 1kg Lösung. Meerwasser, welches bei 15° die gleiche Leitfähigkeit hat, wie diese Lösung, hat nun per Definition die Salinität 35. Diese Salinität wiederum entspricht 35g Salz pro kg Meerwasser = 35 promille = 35ppt. Der Grund, warum die Einheit g/l in der Wissenschaft nicht verwendet wird, liegt darin, dass sie Temperaturabhängig ist. 1kg Meerwasser verändert sich weder bei Erwärmen, noch beim abkühlen. 1 Liter dehnt sich hingegen bei Erwärmung aus, dadurch wird die Konzentration des Salzes pro Liter geringer.

Umrechnung: gr/kg = gr/l * Dichte

Es gibt unterschiedliche Methoden, den Salzgehalt zu messen. Die zuverlässigste ist die Messung per Aräometer. Dieser misst die Dichte der Wasserprobe. Je höher die Dichte, dest weiter guckt die Spindel aus dem Wasser raus. Eine Messung per Spindel muss immer mit einer Kontrolle der Temperatur erfolgen, da sonst der Wert keine Aussagekraft hat. Eine Dichte von 1,0233 entspricht bei 25°C einer Salinität von 35. Bei 20°C allerdings nur einer Salinität von 33. Am einfachsten lässt sich der genaue Wert anhand von Tabellen ablesen.

Bild

Auch wenn die Methode aufwändig erscheint, jedes "bequeme" Messinstrument sollte regelmäßig per Spindel verglichen werden, um sicherzugehen, dass die Werte stimmen.
Vor allem günstige Plastikschwimmergeräte. Diese sind elider oft sehr ungenau. Meist haben sie eine Skala mit 2 Werten. der Dichte und der Salinität. Leider wird die Bezugstemperatur nicht angegeben, so dass die Dichteskala völlig unsinnig ist. Daher hier bitte nur die Salinitätsskala ablesen!

Sehr beliebt sind Refraktometer. Bei diesen ist dringend zu beachten, dass mein Temperaturkompensiertes Modell kauft. Außerdem wichtig: die meisten Refraktometer sind für Kochsalzlösungen bestimmt. Diese hat einen anderen Refraktionsindex und würde bei einer Salinität von 35 den Wert 36,5 anzeigen. Daher dringend das Refraktometer as erstes mit einer Spindel vergleichen und im Zweifelsfall, falls es auf Kochsalz abgestimmt ist, vom Wert 1,5 abziehen. Leider bieten selbst namenhafte Meerwasserzubehör Hersteller fast nur auf Kochsalz bestimmte Refraktometer an.

Eine weitere sehr bequeme Methode ist die Messung per Leitwertmessgerät. Das Ergebnis kann anhand Tabellen dann in Salinität umgerechnet werden.

Bild

Diese Messung eignet sich aber nur für Warmwasseraquarien!!! Gute Geräte geben der Leitwerd sehr genau an und sind Temperaturkompensiert. Aber auch hier sollte das Ergebnis regelmäßig mit einer Spindel kontrolliert und das Gerät geeicht werden. Auch ein regelmäßiger Tausch der Elektrode ist wichtig und leiser sehr teuer.
Beim Kauf ist dringen darauf zu achten, dass die günstigen Geräte mit einem Messbereich bis 2 mS/cm für Meerwasser nicht geeignet ist. Er ist viel zu niedrig.

Oft findet man in veralteter Literatur auch noch die Angabe relative Dichte und spezifische Dichte. Seit 1970 wird in Deutschland nur noch der Wert "Dichte" gebraucht. Dies ist auch die internationale SI-Norm. Dichte wird in kg/l angegeben und ist temperaturabhängig. Die relative oder spezifische Dichte ist immer relativ zu einer Referenz. Dies muss dringend beachtet werden. Eine häufige Referenz ist Wasser bei 25°C, welches die Dichte von 0,997 g/l hat. Meerwasser hat in diesem Fall dann bei 25°C und einer Salinität von 35 die "relative Dichte" von 1,0233:0,997 = 1,0264. Die relative oder spezifische Dichte hat keine Maßangabe, da sie nur ein Verhältnis angibt.
Aus der Zahl der möglichen relativen Dichten ergibt sich eine verwirrende Vielfalt von Messwerten. Ein genaues lesen ist daher unablässlich!

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Don't they teach recreational math anymore?


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